„Felidae“

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Es wird mal wieder Zeit für einen Buchtipp aus der wahnsinnigen WG. Es handelt sich um einen Kriminalroman aus dem Jahre 1989. Dem Autor Akif Pirincci gelang mit „Felidae“ der Durchbruch.

„Die Welt ist die Hölle! Was für eine Rolle spielt es, was in ihr passiert? Sie ist derart gestaltet, dass ein Leid ein anderes nach sich zieht. Seit die Erde existiert, findet auf ihr eine Kettenreaktion des Leidens statt. Aber vielleicht ist es anderswo nicht besser, auf den fernen Planeten, Sternen und Milchstrassen … Wer weiß? Die Krönung all dieser Hässlichkeiten dieses Universums und der unbekannten Universen ist jedoch mit ziemlicher Sicherheit der Mensch. Die Menschen, sie sind so … Sie sind böse, gemein, verschlagen, selbstsüchtig, habgierig, grausam, wahnsinnig, sadistisch, opportunistisch, blutrünstig, schadenfroh, treulos, heuchlerisch, neidisch und – ja, vor allem – strohdumm! Die Menschen, so sind die Menschen. Doch was ist mit den anderen?“

Ich kam zu diesem Buch wie die Jungfrau zum Kinde. Ein Freund räumte unlängst seinen Dachboden leer und fand das Buch. Er brachte sie mir mit, weil es von Katzen handelt. Ich selbst hätte mir „Felidae“ nicht gekauft, weil mir der Einband schon auf den ersten Blick nicht gefiel und ich ohnehin nichts für Krimis übrig habe – weder als Buch noch als Film. Umso überraschter war ich, als mich dieses Buch schon mit den ersten Zeilen in seinen Bann zog. Ich las es in 10 Stunden an einem Stück durch, so toll ist es geschrieben.

„Francis, der samtpfotige Klugscheißer, ist neu im Revier. Mit seinem Besitzer Gustav ist er in ein Haus gezogen, dessen Merkwürdige Gerüche und atmosphärische Absonderlichkeiten ihn sogleich ahnen lassen, daß hier etwas nicht stimmt. Und als er kurze Zeit später bei seinem ersten Erkundungsspaziergang auf einen grausam zugerichteten, toten Artgenossen stößt, ist ihm klar, daß hier sein Intelligenzquotient gefordert ist. So rollt sich vor dem Leser mit katzenartiger Geschwindigkeit eine Geschichte von atemberaubender Spannung auf: eine Geschichte von serienmäßigem Morden und religiösen Sekten, von rolligen Katzen und Computern, von Wahnideen und Omnipotenzphantasien … Eine Tierfabel, die in ihrem spannenden und furiosen Finale menschlich-moralische Abgründe enthüllt.“

“ … der wohl exquisiteste Krimi des Jahres.“ (stern)

Beim Lesen dieses Buches hat mich die gesamte Palette menschlichen Gefühls mitgerissen. Was spannend und vergnüglich begann, mündete bald in den ersten Schrecken und eine unbändige Neugier. Man fiebert mit Francis mit, runzelt mal ungläubig die Stirn, lacht ein anderes mal über Gustav.  Und als Francis bei einer seiner Erkundungstouren im Haus auf ein brisantes Tagebuch stößt, packen einen Ohnmacht, Traurigkeit und die Wut über die Dummheit der Menschen. Dieses Buch hat sowohl spirituelle als auch okkulte Aspekte, handelt von Liebe, Leidenschaft, Angst, Verzweiflung und Wahnsinn. Es ist sehr unterhaltsam und scharfsinnig geschrieben und hinterlies mich mit einer Mischung aus Traurigkeit und Freude.

Mein Fazit: Dieses Buch ist absolut lesenswert, unterhaltsam, katzenhaft und – zutiefst menschlich …

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

4 Gedanken zu „„Felidae““

  1. … und der Beweis, dass auch Irre durchaus gute Romane schreiben können. Das ist das eigentlich tragische, dass Felidae so gut ist, der Autor als Mensch aber seinen Äußerungen nach ein höchst unangenehmer Zeitgenosse ist. Freundlich formuliert.

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    1. Ich habe ihn sich noch nicht äußern hören. Und das die Menschheit seit ihrem Anbeginn selbstzerstörerisch und egoistisch ist, ist kein Geheimnis.
      Aber es stimmt schon: Genies werden nicht selten vom Wahnsinn verfolgt…

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    2. Zurecht – von solcherlei Parteien und jeglichen rassistischen Äußerungen distanziere ich mich ausdrücklich! Vielleicht sollte ich die Autoren meiner Lieblingsbücher googeln, bevor ich das Buch auf dem Blog vorstelle…
      Es ändert aber nichts daran, dass das Buch super geschrieben ist. Zudem ist es vor der Pegida-Zeit entstanden. Aber dennoch schaue ich mir die Autoren vorher genauer an. Danke für deinen Kommentar!

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