Cat, the Ripper

Es ist ein wundervoller Morgen, die Sonne brennt über der Prärie. Ein gnadenloser Sonnenstrahl kommt durchs Fenster und trifft genau auf mein Bett. Ich lausche.

„Hey, Gringo! Was machst du hier vor unserem Haus? Hast du vor, die Vorratskammer auszuräumen?“

„Nnnnein, neinneinnein, wirklich nicht!!! Ich bin nur zufällig hier vorbeigekommen!“

„Du sitzt also rein zufällig vor einem Erdloch, das rein zufällig zu unseren Futtervorräten führt…?! Das wird der Herrin nicht gefallen, sie hat sehr viel Arbeit auf die Ernte und auf die Herstellung des guten Käse verwandt. Ich sag dir was: Das wird dich deinen Kopf kosten!!“

„Nein! Bitte nicht – ich habe Familie!“

„Daran hättest du denken sollen, bevor du versucht hast uns zu bestehlen. Unsere  Aufgabe hier ist es, die Ranch in dieser gottverlassenen Gegend vor Räubern zu beschützen und du BIST ein Räuber.“

„E … es tut mir leid! Wirklich! NEIN! NEINNEINNEIN!! HILFEEEE!!!“

Die Maus fiept um ihr Leben, doch es ist zu spät. Kurz darauf verstummt das fiepen, zurück bleibt Totenstille. Die Habgier trieb die Maus ausgerechnet hierher, zur Ranch der „5 Crazy Purrs“. Ich betrete die Veranda. Etwas, das für mich aussieht wie ein kleines, verschrumpeltes, trockenes Blatt liegt vor mir auf dem Boden. Ich hebe es auf: Es ist ein Mäusekopf. Bisher brachten uns die 5 Crazy Purrs die getöteten Mäuse am Stück oder sie fraßen sie ganz auf. Diese Maus hier muss sie wirklich geärgert haben, sonst hätten sie das Spiel nicht so grausam beendet.

 

Einige Zeit später begeht eine der „Purrs“ einen Mord, der den Niedlichkeits- und Gerechtigkeitsruf der gesamten 5 Crazy Purrs in den Dreck zieht. Ihr einziges Glück ist, dass sie in diesem Teil der Wüste ganz oben in der Nahrungskette stehen und die Menschen ihnen freundlich gesinnt sind. In den asiatischen Ländern wäre diese Schmach ganz anders ausgegangen…

Die Ranch birgt seit neuestem einen Nistkasten. Ein Meisenpärchen nimmt das Angebot nur zu gern an, richtet sich häuslich ein und brütet bald darauf. Emsig versorgen die Vogeleltern ihre Jungen. Die 5 Crazy Purrs schauen dem Treiben interessiert zu, einzig die „niedliche, grausame Gill“ versucht hin und wieder, eine der Meisen zu fangen. Vorgestern gelang ihr das. Mein Mann will gerade in die Stadt reiten, als er den Mord bemerkt: „Hier hat jemand einen Vogel gekillt, es liegen Federn im Flur.“ Tatsächlich! Ich verfolge die Blutspur bis in den Keller und erwische die Mörderin mit dem Opfer. Es ist die Vogelmama! Mit lautem Geschrei verjage ich die in Ungnade gefallene, trage die Vogelmama hinters Haus und begrabe sie neben den Felsbrocken.

Die Beobachtung in den folgenden Tagen ergibt: Auch das Vogelmännchen kommt nicht mehr wieder. Die jungen Meisen schreien wie am Spieß, immer wenn der Nistkasten zufällig vom Wind erfasst wird, weil sie denken, die Mutter kehrt mit Futter zurück. Grausame Welt. Gestern entschließe ich mich, den Nistkasten einige Tagesritte von hier zu einem Vogelkundler zu bringen, der verwaiste Jungvögel aufnimmt. An einem Ort, den sie „Haus Waldkauz“ nennen, werden die kleinen in Empfang genommen und es findet die Erstversorgung statt. Wie sich herausstellt, gibt es in dieser Gegend viele Weisenvögel, sie alle finden hier Unterschlupf.

Es ist das erste mal, dass eine der „5 Crazy Purrs“ in meinen Augen in Ungnade gefallen ist! Meine Strafe wird grausam sein! Sie wird in der nächsten Zeit ihr Futter immer als letzte bekommen und darf das Schlafzimmer bis auf weiteres nicht mehr betreten!

Howdy Gringos, wir sehen uns!

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Hier sehen wir keine Meise. Ich muss gerade mit Schrecken feststellen, dass die wahnsinnige WG schon mehrere Vögel auf dem Gewissen hat…

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

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