Auch Katzenliebe geht unter die Haut

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Eine Bekannte brachte mich auf die Idee mit den Pfotenabdruck-Tattoos. Noch am selben Tag kaufte ich dunkelblaue Wasserfarbe und einen Pinsel, um den Katzen die linke Vorderpfote zu bemalen und damit einen Abdruck auf einem weißen Blatt zu fabrizieren.

Zuhause angekommen, setzte ich mein Vorhaben sofort in die Tat um: Zuerst war Tom an der Reihe. Er ist der ruhigste und genügsamste der damals noch 3 Katzen, mit Tom darf man alles machen – es sei denn, man ist Tierarzt! Ich bemalte dem Kater die Pfote und drückte sie vorsichtig auf ein Blatt. Nicht schlecht, gleich nochmal. Nach einigem nachmalen und etliche Abdrücke später war mein Werk vorbracht. Ich wasche dem Kater die Pfote mit einem nassen Waschlappen ab und entlasse ihn in die Freiheit.Er setzt sich auf die Couch, guckt mich kurz fragend an und beginnt dann mit einer intensiven Pfotenbeleckung.

Ich schnappe mir derweil den Finn: Gerade bin ich dabei, dem erhabenen Kater die schwarze Pfote blau zu malen, da kommt mein Angetrauter nach Hause. Da dieser meist recht brauchbare Optimierungsvorschläge zu den Dingen des Alltags vorweisen kann, hat er eine grandiose Idee: Lass den Kater doch mit der blauen Pfote übers Blatt laufen, dann wirkt der Abdruck natürlicher. Außerdem ist es einfacher. Ich halte die Idee für Blödsinn und gebe zu bedenken, dass Blaupfote überall hinlaufen könnte, nur nicht auf das Blatt. „Quatsch, das klappt schon.“ Ich bepinsele den stolzen, Schwarzen und lasse ihn los. Er rennt schnurstraks am Blatt vorbei, quer durchs Wohnzimmer über die weißen Fliesen hinaus in den Flur. „Sag ich doch, blöde Idee.“ Glücklicherweise ist es Wasserfarbe…

„Was sollte der Quatsch überhaupt?“ tönt es von der Regenbogenbrücke. Finn sitzt in gewohnt eleganter Pose auf seiner Wolke und schaut zu mir hinunter.

„Ich wollte eine bleibende Erinnerung an alle meine geliebten Katzen, in dem ich mir eure Pfotenabdrücke tätowieren lasse, eine schöne, und vor allem persönlichere Erinnerung. Es hat sich ja gezeigt, dass es in deinem Fall die goldrichtige Entscheidung war.“

„Hältst du mir mein Ableben immer noch vor? Wer soll denn sonst eure geliebte Katzen-WG von höherer Stelle aus im Auge behalten? Der Chef ist jedenfalls überlastet!“

Auch wieder wahr. Ich bin unserem Finn sehr dankbar, dass er die verirrte Meute wieder nach Hause führt, wenn sie sich abends einfinden sollen und die Dosenöffner beginnen, sich Sorgen zu machen. Mehr als einmal bat ich ihn um Hilfe von oben und siehe da: die abtrünnige WG findet sich spätestens nach einer halben Stunde zuhause ein.

Zurück zur Pfotenaktion: Als Tapsi bei uns einzog, bekam auch sie ein blaues Pfötchen verpasst. Zuerst allerdings mussten wir sie daran gewöhnen, von Menschenhand hochgehoben zu werden. Wir vermuten, dass sie schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht hat. Ich packte sie mit beiden Händen vorsichtig unterm Bauch an und hob sie ein paar Zentimeter hoch. Tabea meckert, zappelt und miaut wie am Spieß, also setze ich sie sofort und genau so vorsichtig wieder ab. Aber der Terrorkrümel lernt sehr schnell. Jeden Tag hob ich sie 2-3 mal vom Boden hoch. Mit jedem Versuch wurde das meckern und zappeln weniger und die Hubhöhe größer. Nach einigen Wochen hatte ich sie tatsächlich auf meinem Arm. Jetzt war es an der Zeit für einen Pfotenabdruck! Tabea „Tapsi“ Taps meckert in gewohnter Manier, lässt sich aber wiederstandslos die Pfote aufs Papier stempeln.

Beim Pfotenabdruck der ängtlichen Reddy kam mir der Umstand zupass, dass sie sich einer Zahnbehandlung unterziehen musste. Da Katzen im allgemeinen dazu neigen, ihren zahnbehandelnden Tierarzt zu beißen, wird der Eingriff unter Narkose vorgenommen. So bat ich also die Tierärztin, solang das Katzentier noch schläft, einige Pfotenabdrücke zu nehmen. Als ich die zahnlose Reddy vom Tierarzt abhole, gibt mir Frau Doktor ein Blatt mit 10 Pfotenabdrücken. „Als ich erstmal damit anfing, begann es richtig Spaß zu machen!“, sagt sie. „Ich hoffe, es ist ein gelungener dabei.“

Stolz wie ein Spanier maschiere ich mit den Pfotenabdrücken zum Tattoo-Dealer meines Vertrauens. Er findet die Idee witzig und macht sich sogleich an die Arbeit. Die Schrift allerdings, mit der er die Namen unserer Samtpfoten mehr oder weniger kunstvoll aufs Blatt kritzelt, wird keinesfalls mein zartes Bein verzieren! Als hätte ein Arzt mir ein Rezept ausgestellt – das mit der Kalligraphie üben wir aber nochmal, gell?  Da kommt mir ein Gedanke: Warum nicht die Namen der WG mit meiner eigenen Handschrift unter die Pfoten setzen?! DAS ist mal ein persönliches Tattoo! Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Später zogen Finchen und Gill in der WG ein, bei beiden steht das Pfotenabdruck nehmen noch bevor. Das wird eine ultraspannende Angelegenheit, die warscheinlich einen eigenen Blogbeitrag wert ist. Mein Plan ist jedenfalls folgender: Egal, wieviele Katzen noch in mein Leben treten werden, ich werde mir den Pfotenabdruck jeder einzelnen auf mein linkes Bein tätowieren lassen. Meine Katzen laufen mir quasi am Bein empor – in chronologischer Reihenfolge. Nur gut, dass ich für Finchens Pfotenabdruck schon an der Wade angelangt bin…!

Habt ihr ein Tattoo von euren tierischen Mitbewohnern? Erzählt mir davon oder schickt ein Bild, ich freue mich auf eure Antworten und Geschichten dazu!

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

6 Gedanken zu „Auch Katzenliebe geht unter die Haut“

    1. Aber es zeigt die große Liebe eurer Dosi zu euch wundervollen Geschöpfen! Die WG findet ja, dass man Katzen durchaus wieder verehren sollte, so wie im alten Ägypten.

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    1. Mit Heidis Haut bist du ja heutzutage einer von den ganz individuellen – die Normalos sind heutzutage ja überall bebildert. Ich stelle mir immer vor, wie in ein einigen Jahrzehnten die Pfleger im Altenheim nicht mehr die Kriegsgeschichten erzählt bekommen, sondern ein lebendiges Bilderbuch waschen und dann jedesmal aufs neue die Bedeutung der Bebilderung geschildert bekommen. Das wird ein lustiges Geschichten erzählen! ;D

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    2. 😉 Was nicht ist kann ja noch werden. Das mit den Bilderbüchern könnte in der Tat lustig werden. Kriegsgeschichten sind ja mittlerweile auch schon vornehmlich durch Nachkriegsgeschichten abgelöst worden. Die Altchen erzählen gern davon, wie sie früher auf dem Schwarzmarkt … 🙂 Das ist wesentlich amüsanter.

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