Haart, aber herzlich!

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Und herzlich viel. Unser Katz-Getier entert, sobald der Dosenöffner morgens aufsteht und die Schlafzimmertür öffnet, die Betten. Main Coon Finchen legt sich auf die Matratze meines Angetrauten und beginnt ausgiebig, sich zu putzen.

Ausgiebig! Ihre lange Zunge kämmt mit ausladenden Kopfbewegungen und größter Sorgfalt das Fell. Ab und zu hat sie ein Haarknäuel auf der Zunge und schüttelt sich so lange, bis es runterfällt. Das wiederholt sie einige male. Dann kommt die andere Körperseite dran. Einige Minuten später hat sie ihre Haarbüschel auf dem Bettlaken meines Angetrauten verteilt.

„Musst du dich jedesmal in meinem Bett lecken?“ Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

„Dapf if die Kapfenwäffe, daf muff sein!“

„In meinem Bett?“

„Ja. Würde ipf das in meinem Körbpfen machen, lägen ja überall meine Haare rum.“

Die Begeisterung meines Angetrauten hält sich in Grenzen. Da er aber keine Zeit zum diskutieren hat, verschwindet er wortlos im Badezimmer. Ich lümmele noch im Bett. Auf meiner Bettdecke – und mitunter darunter – nächtigt der Kater. Wenn die restliche WG morgens das Schlafzimmer entert, streiten sie sich ebenfalls um einen Platz unter der Decke, die Reihenfolge wird festgelegt. Manchmal liegen auch 2 oder 3 Katzen gleichzeitig drunter. Platz ist in der kleinsten Hütte …

Nach ausgiebiger Bestreichelung und Bekuschelung entsteige auch ich endlich des Bettes. Meine Wahl des Schlafshirts fiel am Vorabend bedauerlicherweise auf schwarz. Sämtliche Haare die vorher an den Katzen waren, kleben jetzt an mir. Ich trage also jeden morgen einen Pelzmantel. Echtpelz. OHNE ein Tier zu töten! Das soll mir erst mal einer nachmachen! Ich frage mich, wie oft eigentlich so eine Nacktkatze schon unter der Bettdecke ihres Personals gelegen hat …?

Nachdem auch ich den Badezimmerbesuch hinter mir und Finchen aus dem Waschbecken verjagt habe, setze ich mich an den Frühstückstisch, klappe den Laptop auf und finde: HAARE! In der Tastatur! Quasi unter den Tasten. Ich weiß nicht, wie oft ich den Laptop immer wieder reinige! Ich hüte ihn wie meinen Augapfel (ich bekam ihn zu Weihnachten von meinem Angetrauten und möchte beweisen, dass ich nicht alles innerhalb weniger Wochen kaputt kriege).

„Kann es sein, dass ihr euch heimlich auf der Tastatur wälzt, wenn ich nicht hinsehe?“

„Natürlich! Das ist unser Blog, wir helfen dir beim schreiben.“

„Wärt ihr so freundlich und würdet euch NEBEN dem Laptop plazieren? Ich schreibe für euch und ihr sorgt für die Story, ok?“

„Natürlich sorgen WIR für die Story! Ich setze mich jetzt ganz brav neben den Laptop, wie du es wolltest.“

Finchen leckt sich, Finchen schüttelt sich und ihre Haare schweben leicht wie die Flocken in einer kalten Winternacht auf meine Tastatur hernieder… „Fine!“

Ich werde eines abschätzigen Blickes bedacht, dann geht die Katze ihrer Wege. Frustriert klappe ich den Laptop zu und beginne, mit einem Gummihandschuh unsere Couch zu bearbeiten. Mit Gummihandschuhen lassen sich die Katzenhaare sehr schön mittels kreisförmiger Bewegungen von der Couch entfernen. Sie bilden dann diese hübschen, kleinen Haarknoten, aus denen man durchaus einen Pulli stricken könnte, wenn man die Couch sauber gewischt hat.

„Geht doch!“

Ich werfe ein Kissen nach der Grinsekatze!!

 

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

16 Gedanken zu „Haart, aber herzlich!“

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