Wir müssen reden!

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„Das wurde aber auch Zeit! Hast du eigentlich eine Ahnung, welches Chaos hier während deiner Abwesenheit ausgebrochen ist?“

„Entschuldigt, ich musste mich eine Weile in der Klinik aufhalten.“

„Freiwillig?? Wer hält sich denn schon länger in einer Klinik auf, wenn man ihn nicht vorher in einen Tragekorb gestopft, und dann in der Klinik in eine Metallbox gesperrt hat!?“

„Ich. Es musste sein.“

„Fressen muss sein! Für deine Abwesenheit haben wir kein Verständnis.“

Nun gut, die Katzen sind sauer. Allerdings gehört das zum Wesen der Katzen, kein Grund zur Beunruhigung also.

„WAS? Kein Grund zur Beunruhigung? Du verkennst die Lage: Unter wessen Bettdecke verstecken wir uns morgens? Der Dosenöffner steht ja immer viel zu früh auf, um unnötigerweiser irgend einer Arbeit nachzugehen. Wer schmeichelt und streichelt uns auf Schritt und Tritt? Es ist ja tagsüber keiner in der Wohnung! Und wenn wir während der Mittagszeit vor lauter Freude (oder einfach weil es Spaß macht, den Mittagsschlaf zu stören) unseren Kratzbaum maltätieren, ist das dem Hausherren auch nicht recht und er bespritzt uns unverständlicherweise mit Wasser. Das ist doch keine Art! Lägst du auf der Couch, würde das nicht passieren; wir würden uns die Couch und die Wolldecke teilen! Aber so…“

Mein Angetrauter hat recht: Da ist in der Katzenerziehung etwas ganz gründlich schief gelaufen. Die Herrschaften sind außer Stande, sich vorübergehend veränderten Gegebenheiten anzupassen. Tabea wettert weiter:

„Und überhaupt: Nun bist du wieder daheim und was passiert? Du klappst den Laptop auf und hast nichts besseres zu tun als Tagebuch zu führen. Dabei sitze ich neben dir auf dem Fensterbrett und fordere laut miauend meine Streicheleinheiten ein!“

„Ich streichele dich doch!“

„10 Minuten sind höchstens ein Anfang. Ich fordere ungeteilte Aufmerksamkeit!“

„Du weißt schon, daß ihr hier zu fünft seid? Ich kann doch nicht den lieben langen Vormittag mit Katzen streicheln verbringen!“

„Warum nicht? Dafür haben wir uns doch Personal angeschafft!“

Jetzt reichts! Ich schubse die Katze vom Fensterbrett und jage sie aus der Küche. Der Rest der Meute ist sattgefressen und liegt zufrieden auf Kratzbäumen und Couch herum. Es wird mich wohl wieder einige Tage kosten, das aufmüpfige Katzentier in seine Schranken zu weisen. An dieser Stelle ein Hoch auf den Erfinder der Sprühflasche!

 

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

8 Gedanken zu „Wir müssen reden!“

  1. Die Meute erklärt sich bereit, ggf. eine Petition zu unterschreiben, die den Einsatz von Wasser in der Katzenerziehung untersagt. Sie sind der Meinung, dass es außer erhöhtem Fellpflegeaufwand und einer zu hohen Wasser-Rechnung nichts bringt. Außerdem verwahren sie sich gegen das Ansinnen, erzogen zu werden. Sie entbieten solidarische Grüße …

    Außerdem haben die drei Monster beschlossen, zusätzlich und ebenso aus Solidarität, ein wenig am Sofa zu kratzen. *seufz* 😉

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    1. Um dein Sofa tut es mir leid! Sofas sollten sich generell dagegen wehren, in Katzenhaushalten aufgestellt zu werden. Zurück zum Thema: Soviel höher ist die Wasserrechnung nicht. Außerdem hilft Wasser durchaus bei der Fellpflege. Allerdings steht zu befürchten, daß sowohl die Meute als auch die WG drastischere Schritte einleiten werden, sollte ich nicht IHREM Ansinnen entsprechen. Die wahnsinnige WG dankt für die Solidarität und erklärt sich mit einer Pedition einverstanden!
      Na super, meine armen Möbel…!

      Gefällt 1 Person

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