Die Auswüchse feliner Besessenheit

 

 

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„Feline Besessenheit“ ist nicht ganz richtig. Genau genommen sind ja nicht die Katzen besessen sondern ich. Von den Katzen. Aber die Überschrift klingt toll, also sei’s drum! Mit Sicherheit hat der eine oder andere unter euch schon mal irgendwo auf facebook dieses süße Bild gesehen auf dem mindestens 9 oder 10 Katzen in einem kleinen Pappkarton sitzen, den Blick nach oben in die Kamera gerichtet und mit der Bildunterschrift versehen: „Das verrückte Katzenlady – Starterkit“. Das würde ich mir bestellen. Genau genommen bin ich schon auf dem besten Weg zur verrückten Katzenlady. Ich sehe mich mit 80 Jahren in meinem zum Katzenhaus umfunktionierten Wohnzimmer im Schaukelstuhl sitzen. Oder in einem dieser stylischen Hängesessel in Tropfenform, die finde ich cooler. Ich werde einen Gnadenhof für alte und kranke Katzen haben, natürlich nur, wenn der nötige finanzielle Hintergrund für Tierarztbesuche und die Gewährleistung von Futter und Sauberkeit garantiert sind – wie gesagt, ich will eine verrückte Katzenlady werden und keine der Welt entrückte Animal-Horderin!

Wo war ich? Ach ja, Wohnzimmer. Meine in etwa 5-10 Gnadenhofkatzen liegen ausgiebig auf ihren Kratzbäumen, meiner Couch und meinen Knien verteilt herum und schnurren. Sehr laut. Im Grunde genommen ist es jetzt auch nicht anders. Ich sitze auf der Couch und unsere 5 Katzen liegen ausgiebig auf den Kratzbäumen, unserer Couch und meinen Beinen herum. Und es sind 2 Tierheimkatzen unter ihnen, die niemand haben wollte; so gesehen haben wir den Gnadenhof ja schon. Und eine der beiden schnurrt unentwegt und bei jeder Gelegenheit. Sehr laut. So wie’s aussieht, habe ich mir diesen Lebenstraum schon jetzt erfüllt. Check! Mir fehlen halt noch 43 Jahre, bis ich 80 bin. Was sehr erfreulich ist, denn in 43 Jahren kann ich noch ne Menge Katzen retten. Ich sehe es förmlich vor mir, wie mein Angetrauter beim Gedanken an eine verrückte Gattin (obwohl, das wusste er schon vor der Hochzeit) und ein Haus voller Katzen (zu spät) eine blaßgraue Gesichtsfarbe, und seine Fluchtpläne Gestalt annehmen. Keine Angst Schatz, bevor ich in Rente gehe, wird es auch keinen Gnadenhof geben. Und wenn ich dann in Rente gehe, habe ich meinen Plan entweder vergessen (was seine – nicht ganz unbegründete – Hoffnung sein dürfte) oder er hat sich mit diesem Gedanken angefreundet. Im übrigen ist er auch Dosenöffner aus Leidenschaft, unser Tom ist sein Liebling!

Menschen, die verrückt nach ihren Haustieren sind werden mir bestätigen: Man hat für die tierischen Hausherren oft mehr als nur einen Namen. Aus verschiedensten Gründen und Situationen heraus ergeben sich Spitznamen, die immer wieder bei allen möglichen Gelegenheiten zum Einsatz kommen. Hier meine Hit-List für die wahnsinnige Katzen-WG (in chronologischer Reihenfolge, versteht sich):

Finn = FinnFinn, Miezefinn, der erhabene Kater (so schön, stolz, leicht unterkühlt und über alles erhaben – dieser Kater war ein Phänomen)

Tom = TomTom, Tömchen (das sagte die Tierärztin mal zu ihm und nach anfänglicher Abscheu begann der Name mir zu gefallen), wahlweise auch TomTomTömchen. Das rufen macht bei ihm am meisten Spaß! „Komm, Tom! Tohooom, komm!“

Tabea = Tapsi (weil sie so unglaublich lustig läuft und das linke Hinterbein beim schnellen gehen ‚hochschnärrt‘, was total drollig und tapsig aussieht), Tapsetier,       Tabea Tabs, Terrorkrümel (was angesichts der „Tabea vs. der Müllmann“-Geschichte niemanden mehr wundern dürfte)

Reddy – Reddylein. Mein Angetrauter nennt sie auch ganz gern mal Fluchti oder Schisserkatze. Sie is halt bissl vorsichtig, kann man ihr ja auch nicht verdenken.

Finchen / Fine – Finebiene (mein Werk, es reimt sich so schön). Und „alte Fluff“. Warum ich „alt“ sage, weiß ich eigentlich nicht, sie ist die jüngste in der wahnsinnigen WG, aber dass sie fluffig ist, kann wirklich niemand abstreiten!

Gill – Chilli, Chillibillie (wie gesagt, es reimt sich so schön)

Wahlweise heißt die ganze Meute auch abwechselnd Miezemaunz und Schnurriburri. Ja ich weiß, letzteres is voll Banane und erinnert an Elmyra aus der Bugs Bunny Show („ich will dich knuddeln und muddeln und liebhaben, bis dir die Luft wegbleibt“) aber ich kann manchmal einfach nicht anders! Jedoch besinne ich mich schnell wieder, indem ich mich an die Worte meines Angetrauten erinnere: „Das sind Tiere. Du solltest sie nicht so vermenschlichen.“ Er hat recht. Und wenn unsere Katzen verstünden was ich sage, würden sie mit einem „Bist du peinlich!“ ganz schnell das Weite suchen. Haben wir als Teenies ja auch gemacht, wenn Omi uns mal wieder in unsere zuckersüßen Bäckchen gekniffen hat. Der Vergleich sitzt! „Schnurriburri“ wird augenblicklich aus meinem Wortschatz gestrichen!

Irgendwann fielen mir im Zusammenhang mit unserem Finn auch wieder die Sprichworte ein, die meine Mutter ab und zu während der Versuche meiner Erziehung zum besten gab. „Armer schwarzer Kater“ sagte sie oft, wenn sie mich wegen irgend eines kleine-Mädchen-zicken-Problems tröstete. Das waren meistens die Momente, in denen Erwachsene still in sich hineingrinsen, weil sie auch gern mal wieder so ein lustiges Problem hätten. Wenn eine Überraschung auf mich wartete wurde sie mitunter mit dem beliebten Kinder-Zauberspruch: „Abrakadabra, dreimal schwarzer Kater“ angekündigt. Dass schwarze Katzen gern auf Hexenbuckeln sitzen und eine echte Katzenwäsche gar nicht so oberflächlich ist, wie es im menschlichen Sprachgebrauch dargestellt wird, sei hier nur am Rande erwähnt. Katzen sind sehr saubere Tiere. Weswegen sie ob ihres glänzenden Fells und der eleganten Erscheinung auch jeden Hexenbuckel aufwerten. Miau.

 

 

 

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

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