Freudige Tristess

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Ich bin glücklich. Wer mich kennt weiß, daß ich diesen Blog erst vor kurzer Zeit ins rollen brachte. Genau gesagt, Anfang dieser Woche. Ich bin total aufgekratzt, weil ich mit einer derartigen (für so kurze Zeit und meinen „Bekanntheitsgrad“ überraschenden) Reaktion meiner Leser nicht gerechnet habe. Man soll ja beim backen immer mit den kleinen Brötchen anfangen, worauf  ich auf die Idee kam: „Hey, schreib`doch einfach alle Freunde und Bekannten, die sich für einen Katzenblog interessieren könnten per WhatsApp an und warte, was passiert. Was dann folgte, trieb mein Selbstbewusstsein ordentlich in die Höhe! Hier ein paar ernst gemeinte Kommentare von wirklich lieben Menschen:

 

„Das ist ja witzig. Sieht klasse aus und liest sich so schön.“

„Klasse“

„Wenn ich das lese habe ich das Gefühl du würdest gerade vor mir sitzen, und das erzählen.“

„Wie geil ist das denn?“

„Das ist ja der Hammer. Total geil.“

„Das mit dem Müllmann ist herrlich.“

„Wow. Wahnsinn. Hut ab! Das liest sich super und wir mussten echt lachen.“

 

Das ist doch schon mal eine stolz geschwellte Brust wert! 😉 Beflügelt von so viel Zuspruch mache ich mich täglich daran hier etwas zu vervollständigen und dort etwas auszubessern. Ich lese, korrigiere und sprudel vor Ideen förmlich über. Ich habe immer irgendwo einen Notizzettel (oder in diesem Fall ein ganzes Notizbuch) um die eben flüchtig erschienenen Gedanken fluchs niederzuschreiben, bevor sie meinem ohnehin manchmal recht löchrigem Gedächtnis (mein Angetrauter wird das jetzt wild nickend bestätigen) wieder entfallen.

Allein, die Qualität des heutigen Tages vereitelt meine Pläne, wo sie nur kann. Als ich gestern abend feststellen musste, dass sich unter den aberhunderten Bildern, die ich inzwischen von meinen Katzen geschossen habe, nur sehr wenige befinden, die  die wahnsinnige WG im Wachzustand zeigen (Katzen sehen aber auch einfach zu goldig aus wenn sie schlafen, da kann man doch gar nicht anders, als das zu fotografieren) und ich die Absicht hege, tolle Katzen-in-Aktion-Fotos zu schießen, beschloss ich zuerst einmal die kleine Kamera aus dem letzten Ibiza-Urlaub zu suchen. Weg. Ich fragte meinen Angetrauten. „Keine Ahnung, kann ja nur im Arbeitszimmer sein.“. Isse nich. Ich hab nachgeguckt. 4 mal. Mindestens. Danach im Gästezimmer, im Meditationszimmer, im Musikzimmer und sogar im Keller. Nüscht. Weg isse. Was meine Motivation schlagartig in den Keller knüppelte, denn auch meine anderen, dem Blog zugedachten Ideen, bedürfen zu allererst einer bildlichen Darstellung. Wirkt sonst nicht. Mist.

Ich gab mich (vorerst) geschlagen und surfe ein bisschen. Mal schauen, was alles heute so im Internet los ist. Da lese ich einen tollen Beitrag auf seppolog und gedenke ihn zu kommentieren. Gill ist da anderer Meinung. „Ein Hund sitzt neben dir wenn du arbeitest, eine Katze sitzt auf deiner Arbeit.“ So auch Gill. Meine Arbeitsumgebung hierfür ist recht ansprechend gestaltet: Ich sitze auf der Couch, Beine hochgelegt, Laptop auf den selben. Die Mouse liegt auf der Couch und beim durchklicken durch das www. bedarf es keiner ausladenden Bewegungen. Die Katze legt ihren Kopf auf meine Klickhand und tut so, als würde sie schlafen. „Jetzt nicht Gill, ich will hier gerade…“ Mein Gott, ist diese Katze süss!! Schmacht! Streichel! Schnurr! Ich ziehe die Hand sanft unter ihrem Köpfchen weg und beginne, den eben erwähnten Kommentar zu verfassen. Die Katze legt sich auf meinen Arm. Ich ziehe ihn weg. Die Katze umklammert meinen Arm. Ich ziehe ihn nach abermaliger, kurzer Bewunderung von Gills Niedlichkeit wieder weg. Die Katze quetscht sich zwischen Laptop und Oberschenkel und legt sich wieder auf meinen Arm. Jetzt aber richtig. Ich bin manövrierunfähig. Ich will ihr den Schmusewunsch nicht verwehren und sitze leicht zur Seite geneigt und mit verdrehtem Handgelenk an der Tastatur, um meinen Kommentar zu verfassen. Fertig. Wurde auch gleich mit einer zustimmenden Antwort gewürdigt. Schön. Aber was schreibe ich den heute als Blogbeitrag? Ich hab echt Bock drauf aber keine Fotos (vielleicht ist die Kamera ja auch noch in der Badetasche vom letzten Urlaub?). Ich sehe aus dem Fenster, es schneit dicke Flocken. Zum ersten mal in diesem Winter wird auch unser kleines Saarland mit einem weißen Flaum zugedeckt. Die Katze liegt noch immer auf meinem Arm und schnurrt. Scheiße ist das kalt! Hatte ich nicht vor geraumer Zeit Feuer im Ofen aufgelegt? Ich hieve mich faulen Hinterns von der Couch und sehe nach. Ein spärliches Feuerlein versucht, sich seinen Weg ins Leben zu erkämpfen. Also noch einen Holzscheit nachgelegt. Ich sehe wieder nach draußen. Alles ist grau und weiß. Was für ein fruchtbar trister Nachmittag! Ich beschließe, mich weiterhin über die tollen Kommentare meiner Lieben zu freuen und einen Beitrag darüber zu verfassen. Wie ich so schreibe, fangen die Buchstaben an, plötzlich die Richtung zu wechseln. Gill hat sich auf die Mouse gesetzt und der Cursor stand auf kursiv. Es hat einige Momente gedauert bis ich realisiert hatte, warum die Buchstaben aus der Reihe tanzen. Wort löschen, neu schreiben. Nochmal löschen, neu schreiben. Verdammt. Da bemerke ich die Katze. Seit ich hier sitze und den Beitrag beginnen möchte werde ich das hässliche Gefühl nicht los, daß die Katze das zu vereiteln sucht. Oder vielleicht will sie ja auch einfach nur in meiner Nähe sein. Gott, ist die süß!!!

Ps. Meine Füße sind immer noch kalt. Dem Feuer fehlt augenscheinlich die Motivation!

 

Veröffentlicht von

rommyscats

Fünf bekloppte Katzen und eine verheiratete, vergessliche Dosenöffnerin Mitte 30 bloggen alle Unmöglichkeiten aus ihrem (Zusammen)Leben. Die Normalität versucht uns immer wieder einzuholen - aber wir sind schneller!

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