„Oscar“

 

Heute kommt wieder ein neuer Beitrag für unsere Rubrik: Staring: The Cat – Buchtipps

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„Wenn wir sterben zählt allein die Wärme, die uns begleitet“
„Die Geschichte eines ganz besonderen Katers

Oscar ist einer der Hauskater des Steere House Nursing and Rehabilitation Center, eines Pflegeheimes für Demenzkranke in Providence, Rhode Island. Im täglichen Umgang mit den Tieren finden die Patienten Ablenkung, Ruhe und Geborgenheit. Eigentlich ist Oscar ein ganz gewöhnlicher Kater. In einer Hinsicht unterscheidet er sich jedoch von seinen Artgenossen auf den Stationen. Oscar hält seine eingene ‚Visite‘ ab – wie die Ärzte. Bei seinen Rundgängen auf den Korridoren und in den Zimmer spürt er, wenn ein Patient dem Tode nahe ist. Aufmerksam beschnuppert er ihn, legt sich zu ihm und weicht nicht von seiner Seite, bis er stirbt.“ „Oscar“ weiterlesen

Erziehung führt nach nirgendwo…

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„Sein auf dem Balkon oder nicht sein auf dem Balkon, das ist hier die Frage!“

Ein unter Katzenneulingen gemeinhin bekanner Irrtum ist jener, dass man sich sein Tierchen in gewisser Weise erziehen könne.

Freilich nicht wie einen Hund; wenn es je den Versuch gegeben hatte eine Katzenschule zu eröffnen, so wurde dieser mit Sicherheit durch konsequente Ignoranz seitens der Katzen im Keim erstickt.

Wobei Ausnahmen ja bekanntlich die Regel bestätigen, es gibt Klickertraining auch für Katzen. Und Leute, die damit erfolgreich sind. Denn Katzen sind ja nicht doof, sie haben nur keine Lust sich erziehen zu lassen. Genauso wie Frauen, aber das ist eine andere Geschichte.

Die wahnsinnige WG sieht das ähnlich. Um ihre Dosenöffner aber nicht zu enttäuschen und bei Laune zu halten, tun sie tatsächlich hin und wieder, was man von ihnen möchte. Freilich nur wenn man hinguckt.

Als eine recht bewährte Erziehungsmethode hat sich die Sprühflasche erwiesen. Tut die Katze etwas das man nicht möchte, ruft man laut „Nein!“ und besprüht sie gleichzeitig mit Wasser. Hat man Glück ist die Katze wasserscheu und es braucht nur einige wenige Anläufe, bis die Katze schon beim Anblick der Flasche das Weite sucht. Vorbildlich haben sich hier Finn und Finchen hervorgetan. Was sie aber nicht davon abhält das von mir unerwünschte Verhalten eben dann an den Tag zu legen, wenn ich nicht da bin (oder wenn sie meinen ich würde es nicht sehen).

Wenn man Pech hat, hat man ein Exemplar der Gattung „Tabea“. Folgende Situation: Ich befinde mich in der Küche und die Katze schickt sich an, auf die Anrichte zu springen und aus der Spüle zu trinken. Ich spritze sie nass und rufe „Nein!“. Sie verlässt tatsächlich die Anrichte nach 2-3 Spritzern,  natürlich nicht ohne zu meckern. Ganz anders verhält es sich, wenn auf der Spüle ein Teller steht, auf dem sich Essensreste befinden. Tabea springt auf die Anrichte und beginnt zu schlecken. Ich rufe „Nein! NEIN TABEA!“, und betätige mehrmals hintereinander die Sprühflasche. Da ich gerade beim Frühstück sitze und nicht gewillt bin aufzustehen und die Katze persönlich von der Spüle zu heben hoffe ich, dass ihr die Nässe irgendwann zuwider wird und sie die Küche freiwillig verlässt. Nix. Die Katze ist triefend nass und schleckt genüsslich weiter, bis ich entnervt aufspringe. Und als ich bei ihr bin und sie mir gerade greifen will springt sie von der Anrichte und verschwindet aus der Küche.

Wobei sich mir hier ein Gedanke aufdrängt: „Erziehung führt nach nirgendwo“ gilt nur für den Erziehungsversuch der Katze durch den Menschen.

Im anderen Fall ist es genau umgekehrt; versucht die Katze den Menschen zu erziehen, ist das durchaus von Erfolg gekrönt. Als Beweis dienen hier folgende Beispiele:

Der Klassiker: „Lass mich raus – ach nee, doch nicht! Oder?“ Finn beherrschte das Spiel perfekt: Der Kater  sitzt an der Balkontür und miaut. Ich gehe vorbei. Der Kater miaut abermals und schaut hoch zum Balkontürengriff.

„Nein, du kommst ja doch gleich wieder rein.“

„Miau?“ (ich weiß nicht wie die das machen, aber Katzen können fragend miauen, wirklich)

„Nein.“

„MIIIAAAAAAAAAAUUU!?“

„Grmpf…..“

Balkontür auf, Kater raus, Balkontür zu.

Er sitzt draussen und guckt. Erst in die Landschaft und dann zur Balkontür. Er steht auf, kommt näher zur Tür uns setzt sich wieder. Ich ignoriere das Spiel und gehe meinem Tagewerk nach. Als ich einige Minuten später aufblicke, sitzt er ganz nah an der Tür und guckt mich treuherzig an (mein Gott, die sind aber auch gut darin!). Ich mache die Tür auf. Der Kater bleibt sitzen und guckt mich jetzt verständnislos an. Als ich die Tür wieder schließen will steht er auf und kommt auf mich zu. Dann er bleibt stehen. Mitten auf der Türschwelle.

Er guckt.

Ich gucke.

„Rein oder raus?“

Er setzt sich und beginnt, sich seine Vorderpfote zu lecken.

„FINN!“ rufe ich streng.

Der erhabene Kater erhebt sich und schlendert mit aller Gelassenheit die er aufzubringen in der Lage ist erhobenen Hauptes und aufgestellten Schwanzes zur Tür hinein. Ich kann gar nicht zählen, wie oft er dieses Spielchen mit mir gespielt hat aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: Er hat es immer wieder gewonnen. Somit führt die Erziehung des Menschen durch die Katze durchaus irgendwohin.

 

Ein weiteres schönes Spiel heißt „Gib mir mein Fressen – sofort“. Es ist 6 Uhr abends. Den ganzen Tag über hat man von den Katzen nicht viel gesehen.

Ich sitze auf der Couch, so wie jetzt, und bin mit irgendetwas beschäftigt. Da kommt Reddy um die Ecke weil sie weiß, dass es gegen 7 Uhr Futter gibt. Sie setzt sich in einiger Entfernung von mir auf den Boden, Blickrichtung zu mir. Sie schaut mich eine Zeit lang an und öffnet dann das Mäulchen, zuerst noch ohne Ton. Es folgt ein zartes „Mä“. Sie wartet auf meine Reaktion. Ich ignoriere sie mit einem Lächeln.

Nach und nach drapieren sich auch die anderen Katzen in meiner Nähe, immer in Sichtweite. Sie setzen sich hin und starren mich an. Jede kleinste Bewegung wird registriert. Reddys Tonfall wird deutlicher: „Määäähhhhh….“; sie hört sich an wie ein Flugzeug beim landen. Ich ignoriere sie weiterhin und die Katze schaltet auf Dauerbetrieb: „Määaauu, määaauu, määaau, määaau, määaau, määaau……..“

„Mi?“ fragt Tom und setzt sich auf. „Brrrrrrrp!“ Finchen stimmt also zu. Ab jetzt gehts rund: „Määaauu, määaauu“, „Brrrrrrrp, brrrrrrrp“, „Mi? Miau. MIAU“ „Määääh-äääääh!“

Gill äußert sich nicht dazu. Sie beobachtet das Treiben aufmerksam und lässt die anderen für sich arbeiten. Dafür versucht sie mit „unlaublich-süss-aussehen“ zu punkten. Was ihr gelingt; aber ich sage es ihr nicht, sonst spielt sie diese Karte öfter aus.

Ich muss dringend zur Toilette, traue mich aber nicht aufzustehen, weil ich augenblicklich von einer schreienden Katzenmeute verfolgt werde. „Das liegt daran, dass du sie immer zur gleichen Zeit fütterst. In der Natur kommt die Beute auch nicht Punkt 7 der Katze vors Maul gelaufen und sagt: Abendessenzeit, friss mich. Du solltest die Katzen zu vollkommen unterschiedlichen Zeiten füttern, damit sie sich nicht so an die Zeiten gewöhnen.“ Mein Angetrauter hat wie immer recht.

In den folgenden Wochen habe ich die Katzen zu vollkommen unterschiedlichen Zeiten gefüttert; mal halb 6, mal um 7, mal 9 Uhr abends oder noch später. KON-SE-QUENT! Das Ergebnis?  Es ist halb 6 Uhr abends. Reddy kommt um die Ecke weil sie weiß, dass es irgendwann um diese Zeit schon einmal Futter gab. „Mä“.

 

Mich beschleicht das Gefühl, sie haben mich ganz gut im Griff. Es ist nämlich qietschegal, WANN ich die Katzen füttere. Spätestens um 6 Uhr geht die Belagerung los. Unter einsetzendem Miauen (das zudem immer lauter wird) habe ich jetzt die Wahl: rücke ich das Futter sofort raus und genieße für den Rest des Abends eine himmlische Ruhe oder treibe ich das „Futter gibts später“-Spielchen auf die Spitze und kann mich dafür den ganzen Abend nicht mal mehr am Kopf kratzen, ohne dass mich eine hungrige Katzenmeute anspringt. Ich denke hier haben die Katzen ihren Erziehungsauftrag ein weiteres mal erfüllt.

Vielleicht bin ich auch einfach untalentiert; mein Angetrauter warf mir unlängst einen zu seichten Umgang mit den Tieren vor. „Das sind Katzen, die machen mit dir was sie wollen, wenn du sie nicht zügelst.“ Ich habe beschlossen, demnächst das Klickertraining-Buch nochmal hervorzukramen, das er mir für die wahnsinnige WG geschenkt hat…

Hier geht euch das Herz auf – das wahnsinnig süße Kinderzimmer

Soft Kitty

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Die Auswüchse feliner Besessenheit

 

 

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„Feline Besessenheit“ ist nicht ganz richtig. Genau genommen sind ja nicht die Katzen besessen sondern ich. Von den Katzen. Aber die Überschrift klingt toll, also sei’s drum! Mit Sicherheit hat der eine oder andere unter euch schon mal irgendwo auf facebook dieses süße Bild gesehen auf dem mindestens 9 oder 10 Katzen in einem kleinen Pappkarton sitzen, den Blick nach oben in die Kamera gerichtet und mit der Bildunterschrift versehen: „Das verrückte Katzenlady – Starterkit“. Das würde ich mir bestellen. Genau genommen bin ich schon auf dem besten Weg zur verrückten Katzenlady. Ich sehe mich mit 80 Jahren in meinem zum Katzenhaus umfunktionierten Wohnzimmer im Schaukelstuhl sitzen. Oder in einem dieser stylischen Hängesessel in Tropfenform, die finde ich cooler. Ich werde einen Gnadenhof für alte und kranke Katzen haben, natürlich nur, wenn der nötige finanzielle Hintergrund für Tierarztbesuche und die Gewährleistung von Futter und Sauberkeit garantiert sind – wie gesagt, ich will eine verrückte Katzenlady werden und keine der Welt entrückte Animal-Horderin!

Wo war ich? Ach ja, Wohnzimmer. Meine in etwa 5-10 Gnadenhofkatzen liegen ausgiebig auf ihren Kratzbäumen, meiner Couch und meinen Knien verteilt herum und schnurren. Sehr laut. Im Grunde genommen ist es jetzt auch nicht anders. Ich sitze auf der Couch und unsere 5 Katzen liegen ausgiebig auf den Kratzbäumen, unserer Couch und meinen Beinen herum. Und es sind 2 Tierheimkatzen unter ihnen, die niemand haben wollte; so gesehen haben wir den Gnadenhof ja schon. Und eine der beiden schnurrt unentwegt und bei jeder Gelegenheit. Sehr laut. So wie’s aussieht, habe ich mir diesen Lebenstraum schon jetzt erfüllt. Check! Mir fehlen halt noch 43 Jahre, bis ich 80 bin. Was sehr erfreulich ist, denn in 43 Jahren kann ich noch ne Menge Katzen retten. Ich sehe es förmlich vor mir, wie mein Angetrauter beim Gedanken an eine verrückte Gattin (obwohl, das wusste er schon vor der Hochzeit) und ein Haus voller Katzen (zu spät) eine blaßgraue Gesichtsfarbe, und seine Fluchtpläne Gestalt annehmen. Keine Angst Schatz, bevor ich in Rente gehe, wird es auch keinen Gnadenhof geben. Und wenn ich dann in Rente gehe, habe ich meinen Plan entweder vergessen (was seine – nicht ganz unbegründete – Hoffnung sein dürfte) oder er hat sich mit diesem Gedanken angefreundet. Im übrigen ist er auch Dosenöffner aus Leidenschaft, unser Tom ist sein Liebling!

Menschen, die verrückt nach ihren Haustieren sind werden mir bestätigen: Man hat für die tierischen Hausherren oft mehr als nur einen Namen. Aus verschiedensten Gründen und Situationen heraus ergeben sich Spitznamen, die immer wieder bei allen möglichen Gelegenheiten zum Einsatz kommen. Hier meine Hit-List für die wahnsinnige Katzen-WG (in chronologischer Reihenfolge, versteht sich):

Finn = FinnFinn, Miezefinn, der erhabene Kater (so schön, stolz, leicht unterkühlt und über alles erhaben – dieser Kater war ein Phänomen)

Tom = TomTom, Tömchen (das sagte die Tierärztin mal zu ihm und nach anfänglicher Abscheu begann der Name mir zu gefallen), wahlweise auch TomTomTömchen. Das rufen macht bei ihm am meisten Spaß! „Komm, Tom! Tohooom, komm!“

Tabea = Tapsi (weil sie so unglaublich lustig läuft und das linke Hinterbein beim schnellen gehen ‚hochschnärrt‘, was total drollig und tapsig aussieht), Tapsetier,       Tabea Tabs, Terrorkrümel (was angesichts der „Tabea vs. der Müllmann“-Geschichte niemanden mehr wundern dürfte)

Reddy – Reddylein. Mein Angetrauter nennt sie auch ganz gern mal Fluchti oder Schisserkatze. Sie is halt bissl vorsichtig, kann man ihr ja auch nicht verdenken.

Finchen / Fine – Finebiene (mein Werk, es reimt sich so schön). Und „alte Fluff“. Warum ich „alt“ sage, weiß ich eigentlich nicht, sie ist die jüngste in der wahnsinnigen WG, aber dass sie fluffig ist, kann wirklich niemand abstreiten!

Gill – Chilli, Chillibillie (wie gesagt, es reimt sich so schön)

Wahlweise heißt die ganze Meute auch abwechselnd Miezemaunz und Schnurriburri. Ja ich weiß, letzteres is voll Banane und erinnert an Elmyra aus der Bugs Bunny Show („ich will dich knuddeln und muddeln und liebhaben, bis dir die Luft wegbleibt“) aber ich kann manchmal einfach nicht anders! Jedoch besinne ich mich schnell wieder, indem ich mich an die Worte meines Angetrauten erinnere: „Das sind Tiere. Du solltest sie nicht so vermenschlichen.“ Er hat recht. Und wenn unsere Katzen verstünden was ich sage, würden sie mit einem „Bist du peinlich!“ ganz schnell das Weite suchen. Haben wir als Teenies ja auch gemacht, wenn Omi uns mal wieder in unsere zuckersüßen Bäckchen gekniffen hat. Der Vergleich sitzt! „Schnurriburri“ wird augenblicklich aus meinem Wortschatz gestrichen!

Irgendwann fielen mir im Zusammenhang mit unserem Finn auch wieder die Sprichworte ein, die meine Mutter ab und zu während der Versuche meiner Erziehung zum besten gab. „Armer schwarzer Kater“ sagte sie oft, wenn sie mich wegen irgend eines kleine-Mädchen-zicken-Problems tröstete. Das waren meistens die Momente, in denen Erwachsene still in sich hineingrinsen, weil sie auch gern mal wieder so ein lustiges Problem hätten. Wenn eine Überraschung auf mich wartete wurde sie mitunter mit dem beliebten Kinder-Zauberspruch: „Abrakadabra, dreimal schwarzer Kater“ angekündigt. Dass schwarze Katzen gern auf Hexenbuckeln sitzen und eine echte Katzenwäsche gar nicht so oberflächlich ist, wie es im menschlichen Sprachgebrauch dargestellt wird, sei hier nur am Rande erwähnt. Katzen sind sehr saubere Tiere. Weswegen sie ob ihres glänzenden Fells und der eleganten Erscheinung auch jeden Hexenbuckel aufwerten. Miau.

 

 

 

Schutzengel „CAT“

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Manchmal ziehe ich mich zurück und male. Es gibt Tage, an denen drücke ich mich lieber in Bildern aus.